Kindertheater- ein Erlebnis!

Einige Darsteller des Amateurtheaters St. Amandus Datteln von 1956 e.V.,  aus dem Kinderstück "Pippi in Taka-Tuka Land"  aus dem Jahr 2017 vor der Stadthalle Datteln. Die Kinder stehen vor dem großen Onkel aus Pappmaché.
Pippi in Taka-Tuka Land 2017 - Foto: Amateurtheater St. Amandus Datteln von 1956 e.V.

Kinder sind eine unermüdliche, sprudelnde Inspirationsquelle für Erwachsene. Und das wir von ihnen lernen können, ist längst ein alter Hut. Aber, wer mit Kinder eine Theatervorstellung besucht, erlebt erstaunliches.

60 Minuten vor der Vorstellung. Es ist ruhig. Nach und nach, treffen Kinder mit ihren großen Begleitern im Foyer ein. Nicht selten auch Gruppen von Kindergärten und Schulen.
Ein buntes Treiben, mit durchaus hochwertiger Geräuschkulisse entsteht. Wer sich die Zeit nimmt und die Szenerie beobachtet, seine Ohren auf Empfang stellt, wird zwangsläufig Lächeln.

Vorfreude, Spannung auf das was da kommen wird und die Überraschung, hier und da auf Freunde zu treffen, entladen sich in Lachen, Reden, Hüpfen und im spontanen Spiel. Dann öffnen sich die Türen zum Saal ...
Man erkennt sofort, die Draufgänger, die Schüchternen, die Theatererfahrenen und die Neulinge. Ein Anblick, an dem wir uns nicht satt sehen mögen!

 

Kein ungewohntes Bild, wenn Kinder statt auf den Stühlen, auf den Boden hocken. Quirlig durch die Reihen huschen, ihren Begleitern Fragen stellen und den Platz vor der Bühne nutzen, um miteinander ein eigenes Spiel zu inszenieren.

Dann ein Gong, die Stimmen verstummen für einen Moment und von jenen, die in Aktion sind, kehren die ersten auf ihre Sitze. Ein weiterer Gong und endlich der Dritte. Das Stimmengewirr ebbt ab, als das Licht im Saal erlischt. Der Vorhang geht auf und das Bühnenbild löst Erstaunen, Begeisterung, Fragen, Zeigen und Entdecken aus. Das Spiel beginnt.

Und wenn es im Kindertheater selten ganz still im Zuschauerraum wird, so ist es doch beeindruckend, dass so viele Kinder in einem Raum so leise sind. Selbst die Energiegeladensten und Unruhigsten verstummen zu weilen und lassen sich ganz und gar ein.

 

Das Lachen kennen wir auch aus anderen Aufführungen, aber nicht selten und ein besonderes Erlebnis im Kindertheater, ist die aktive Teilnahme unseres Publikums.

Da wird der feine Herr1 frech zur Pippi und ein Junge, irgendwo im dunkle des Saales, ruft: „Hey, lass Pippi in Ruhe.“ Andere Kinder stimmen in den empörten Aufruf mit ein.
Das Aschenputtel2 weint: „Keiner hat mich lieb!“ Prompt folgte eine Mädchenstimme: „Doch ich!“
Das sind Momente, da geht nicht nur den erwachsenen Zuschauern das Herz auf, sondern auch uns. Wenn Kinder so mitfiebern, Anteil nehmen und miterleben, dann haben wir mehr als nur unser Ziel erreicht!

Nach dem Spiel kommt der Applaus, der in keiner Weise sich vom Beifall anderer Aufführungen unterscheiden ließe. Die Entspannung folgt dem Licht, das wieder den Saal erhellt. Die Schauspieler in ihren Rollen, Masken und Kostümen sind jetzt zum Anfassen und Reden da.

Nach und nach leert sich das Theater. Und wir? – Wir freuen uns jetzt schon auf das nächste Mal!

 

 



1 Aufgeführt 2018, siehe Pippi in Taka-Tuka Land
2 Aufgeführt 1980

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